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Tübingen

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Hohe Schriftstellerdichte - Stadt stellt neuen Literaturpfad vor

"Nirgendwo sonst rückt die Literatur- und Geistesgeschichte so nah zusammen, wie in den engen Straßen der Tübinger Altstadt" - so heißt es im Eröffnungsschreiben für das Bücherfest Tübingen am Wochenende und der gleichzeitigen Einweihung des neuen Tübinger Literaturpfads. Denn neben Friedrich Hölderlin, Ludwig Uhland, Eduard Mörike und Hermann Hesse, legten noch viele weitere Schriftsteller und Schriftstellerinnen den Grundstein ihres literarischen Schaffens in der Universitätsstadt. Mit dem Literaturpfad lässt sich dieses große literarische Erbe, das sich auf kleinstem Raum erstreckt, nun erwandern.

Am kommenden Wochenende wird der Tübinger Literaturpfad offiziell eingeweiht. Er soll den Menschen die Tübinger Literaturgeschichte näher bringen, denn die ist besonders reich an Stationen.

„Der Literaturpfad ist für uns ein Meilenstein. Ausgehend vom Hölderlinturm, den wir nächstes Jahr ja neu eröffnen werden, führt der Literaturpfad an 40 Stationen durch die Stadt, aber auch nach Hirschau oder nach Derendingen, an die wichtigen Stationen verstorbener Literatinnen und Literaten Tübingens", erklärt Tübingens Erste Bürgermeisterin Daniela Harsch.

Die einzelnen Stationen wurden mit Plaketten gekennzeichnet, die Informationen zur Örtlichkeit geben.

Im Tübinger Verlag „Klöpfer,Narr" erschien außerdem ein Buch, welches die einzelnen Stationen des Literaturpfads nicht nur aufzeigt und erklärt, sondern auch Gedichte, Prosatexte und Zitate zu den jeweiligen Schriftstellern anbietet.

Wer kein Buch mit herum schleppen möchte, kann ab nächste Woche auch eine App auf dem Smartphone benutzen.

„In der App sind verschiedene, kleine thematische Führungen angeboten z.B., wenn man sich einen Schwerpunkt setzen möchte, man möchte die Hölderlin-Orte anschauen, kann man das innerhalb von einer Stunde machen, der Spaziergang ist da festgelegt. Oder auch die schwäbische Romantik ist ein Schwerpunkt", erklärt Projektleiter Florian Mittelhammer.

Außerdem wird auch ein Audioguide angeboten, der zur Erkunden des Pfades ausgeliehen werden kann.

Für die Auswahl der Literatinnen und Literaten, sowie der Orte in Tübingen, war vor allem Mittelhammer zuständig.

„Das war ein war eine lange, wirklich schwierige Arbeit. Ich hatte ursprünglich eine Excel-Tabelle angelegt mit über hundert Namen. In Tübingen ist die Dichte an Schriftstellerinnen und Schriftsteller wirklich unglaublich. Dann haben wir eine kleine Auswahlkommission gegründet und versucht diese hundert Namen auf dreißig Orte runter zu brechen. Letztendlich sind es vierzig Orte geworden", so Mittelhammer.

Die Möglichkeit, diesen Literaturpfad ins Leben zu rufen, hatte die Stadt Tübingen durch eine großzügige Spende.

„Für uns war es ein großer Glücksfall, dass es einen Nachlass gab, Stefanie Wechsler und Julius Schaal, die eine Buchhandlung hier in Tübingen betrieben haben und die der Stadt, der Öffentlichkeit sozusagen, Geld hinterlassen haben. Und die Stadt hat 2015 gedacht - was machen wir mit diesem Geld? Und ist dann natürlich sinnvoll, wenn das in Literatur angelegt wird", erklärt Dagmar Waizenegger vom Fachbereich Kunst und Kultur.

Nun können Menschen von nah und fern in den engen Gassen der Tübinger Altstadt erleben, welche Orte Hölderin und Co. Inspirierten.


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