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Betzingen

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Herbert Binsch arbeitet Ortsgeschichte auf

Vielleicht erinnern Sie sich: im November haben wir Ihnen das große Eingemeindungsbuch „Reutlingen auf dem Weg zur Großstadt“ vorgestellt. Es erzählt die Geschichte der zwölf Reutlinger Bezirksgemeinden und ihrer Eingemeindung in die Achalmstadt. Der frühere Pressesprecher des Reutlinger Landratsamtes Herbert Binsch hat sich dabei der Geschichte des Stadtteils Betzingen gewidmet - und hat so viel Interessantes zusammengetragen, dass er ein eigenes Buch dazu herausgebracht hat.

Etwa zwei Jahre ist es her, dass Herbert Binsch angesprochen wurde, ob er nicht den Betzingen-Part zum Buchprojekt „Reutlingen auf dem Weg zur Großstadt" übernehmen wolle. Für Binsch eine tolle Aufgabe, doch schnell war klar, die Geschichte Betzingens ist umfangreich und bedarf mehr als die 20 Seiten, die ihm für seinen Stadtteil im Buch zur Verfügung standen. Binsch beschloss daher, ein eigenes, 100 Seiten starkes Buch über die Geschichte Betzingens herauszugeben – für alle Interessierten, aber auch für die eigene Familie. Denn mit dem Buch arbeitet Binsch auch ein eigenes Stück Geschichte auf. Er lebt seit knapp 40 Jahren in Reutlingen-Betzingen, auch seine Kinder wohnen noch hier. Er hofft, dass vielleicht auch die Enkelkinder irgendwann Interesse daran haben, das alles nachzulesen.

Betzingen ist der größte Reutlinger Stadtteil und schloss sich bereits 1907 mit Reutlingen zusammen. In 20 Kapiteln widmet er sich dabei den Themen, die für Betzingen von großer Bedeutung sind. Ein Thema ist beispielsweise der Wohnungsbau.

„Betzingen wurde immer größer, es hat sich von der Einwohnerzahl fast verdoppelt in wenigen Jahren, in wenigen Jahrzehnten. Und der Wohnungsbau war immer ein großes Thema. Im Zusammenhang mit dem Wohnungsbau - können wir unsere Dorfstruktur denn halten? Geben wir unsere alten schönen Häuser auf und verdichten quasi den Ortskern? Das ist bis heute ein großes Thema", erklärt Binsch.

Die Betzinger Trippelhäuser sind auch heute noch ein Beleg für die Dorfstruktur des Stadtteils. Das Wachstum hingegen findet sich auf dem Egelhaaf-Areal wieder, hier soll bald ein neues Wohnquartier entstehen. Binsch, der zu jeder Ortschaftsratssitzung geht, setzt sich aktiv für sein Betzingen ein – nicht nur in der Kommunalpolitik, sondern auch handwerklich. Als Mitglied des Fördervereins Ortskern Betzingen hat er beispielsweise die historische Zehntscheuer mit saniert. Dass die über 500 Jahre alte Zehntscheuer wieder Instand gesetzt werden sollte, hielten damals viele für verrückt, erklärt er. Doch es gelang - auch mit der Unterstützung der Stadt Reutlingen. Der Veranstaltungsraum der Zehntscheuer sei zu Normalzeiten das ganze Jahr über ausgebucht. Noch heute kümmert sich Binsch als Hausmeister um die Zehntscheuer.

Es sind viele Themen die Binsch in seinem Buch aufarbeitet etwa die Geschichte des Hochwassers oder die Entwicklung des Industriegebiets Mark-West. Auch das Wesen der Betzinger, die durchaus bereit waren, Widerstand zu leisten, beispielsweise gegen das geplante Asphalt-Mischwerk, sowie wichtige Persönlichkeiten werden im Buch vorgestellt.

Ein Jahr lang fast täglich recherchierte er dafür in alten Zeitungsberichten, Archiven und Gemeindeblättern. Sich für die eigene Gemeinde und für die Kommunalpolitik zu interessieren, sei extrem wichtig, betont der frühere langjährige Pressesprecher des Landratsamtes.

„Und verstehe nicht, dass wenn Kommunalwahl ist, dass Menschen nicht zur Wahl gehen, wo sie doch die Chance haben, sich ihre Vertreter auszuwählen, die ihre Interessen vertreten. Das ist so elementar wichtig und auch für Betzingen wichtig", so Binsch.

Die 150 Exemplare die Binsch im Selbstverlag herausgebracht hat, waren schnell vergriffen. Einen Nachdruck macht er vom Interesse abhängig – eine Liste dazu wird beim Bezirksamt Betzingen geführt.

www.reutlingen.de/betzingen


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